Die Geschichte der Schlitzer Destillerie


1585 begann Eustach Graf von Schlitz, genannt von Görtz – so viel Zeit muss sein – in Sandlofs, einem heutigen Stadtteil von Schlitz, Bier zu brauen und Weizen zu Korn zu Brennen. Das Land Hessen übernahm 1969 die Graf Görtz’sche Kornbrennerei mit Destillation. Als man Jahrzehnte später im SchlitzerLand und in seinem Bürgermeisterstübchen leise läuten hörte, dass das Land mit dem Gedanken spiele, sich von der Brennerei zu trennen, trieb die Sorge über den möglichen Verlust dieser heimatlichen Tradition die Stadt dazu, nun selbst jenes Herz(ens)stück zu übernehmen.



Tradition – seit 1585

Es war wohl nicht ganz einfach, alles unter Dach und Fass zu bringen, aber es gelang. Die Bürger selbst jedenfalls standen hinter ihrem Meister.

Seit 2006 ist Schlitz also mehrheitlicher Eigentümer der Schlitzer Korn- und Edelobstbrennerei GmbH. 10% gehören der Stadt Hünfeld, die so ihrerseits ein Stück Heimat pflegt.

Zwar gelang es den Hünfeldern nicht, eine ganze Brennerei zu erhalten – die damalige Dampfdestillation F. C. Aha schloss 1994 nach 151 Jahren ihre Tore – aber durch die Kooperation mit den Schlitzern lebt der bekannte Aha-Likör weiter.

Wir sind davon überzeugt, dass in einen deutschen Whisky auch nur in Deutschland angebaute Getreidesorten gehören. Daher beziehen wir ausschließlich heimisches Gerstenmalz, Weizenmalz, Roggenmalz und Rohweizen und maischen unser Getreide in der Destillerie selbst ein.

In unserer Obstbrennerei verlassen wir uns auf Premium-Anlagen des Marktführers und haben über Jahrzehnte hinweg ausschließlich positive Erfahrungen sammeln dürfen. Neben der seit 1998 in Betrieb genommen Obstbrennerei entscheiden unsere Meister maßgeblich mit Hilfe ihrer ausgeprägten Sensorik und großen Erfahrung über die Qualität unserer Obstbrände.

Für unsere Vielfalt an unterschiedlichen Geschmacksausprägungen bedienen wir uns an Hölzern aus der ganzen Welt. Hierbei setzen wir auf renommierte Lieferanten und beste Fass-Qualitäten. Neben klassischen EX-Bourbon-Fässern aus amerikanischer Weiß-Eiche greifen wir auch auf europäische Hölzer wie zum Beispiel auf französische Limousin- oder transsilvanische-Eiche zurück. Doch auch für Experimente sind wir aufgeschlossen: Dabei haben wir uns bereits Fass-Sonderanfertigungen aus Nadelholz entwickeln und anfertigen lassen. Dies ist ein Novum im Fassbau, denn aktuell werden Fässer für die Lagerung von Destillaten aus Laubholz hergestellt.